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Golden Zeitalter Karlsbads auf den alten Ansichtskarten

Aber worauf wir wohl am meisten unsere Aufmerksamkeit zuwenen werden, außer dem Datum der Poststempel und alten Briefmarken, ist der Stil der der Schrift und Titulierung der Empfänger. Schon aus dem Adressteil sehen wir, mit welcher Hochachtung die bekannte, nahe stehende Person angesprochen wurde.

 

 

Golden Zeitalter Karlsbads auf den alten Ansichtskarten



Wenn wir unsere Hände eine hundert Jahre alte Ansichtskarte bekommen, erinnern wir uns kurz an die vergangenen Jahre unserer Ahnen. Im Geiste kehren wir in jene schöne Epoche um das Jahr 1900 zurück. In die alten guten Zeiten ... Dass die Sprudelstadt schon damals weltberühmt war, beweisen unter anderen auch diese alten Grüße aus dem Bad. Hunderte Sorten von Ansichtskarten von der Sprudel-, Mühl-, Markt-, Schloss- und Parkkolonnade, kauften damals die Kurgäste, um diese dann kalligraphisch beschrieben, in die ganze Welt zu senden.

Es war eine Prestigesache den Freunden und Bekannten seinen Aufenthalt im mondänen Bad bekannt zu geben. Millionen Grüße vom Sprudel gingen so durch die Karlsbader Post (nach Triest, Prag und Wien die viertegrößte in der Monarchie ), um sich abgestempelt nach ganz Europa und Übersee zu verbreiten.
Die Besitzer der Druckereien reagierten auf das große Interesse an schönen Ansichtskarten der weltberühmten Bäder durch breites Angebot vom gefragten Sortiment. Sie übertrafen sich in den Ideen, wie originelle Postkarten herzustellen. Und so dachten sie sich, neben kolorierten lithographischen Reproduktionen, Ansichtskarten mit einem Dekorum des geschliffenen Sprudelsteins oder mit Formen von Kurbechern aus. Gerade eben für den Bedarf der von hundertentausend Besuchern der so bewunderten Stadt, wurden die meisten Ansichtskarten in ganz Österreichisch-Ungarn Monarchie (gleich nach Prag und Wien) gedruct.

 

Aber worauf wir wohl am meisten unsere Aufmerksamkeit zuwenen werden, außer dem Datum der Poststempel und alten Briefmarken, ist der Stil der der Schrift und Titulierung der Empfänger. Schon aus dem Adressteil sehen wir, mit welcher Hochachtung die bekannte, nahe stehende Person angesprochen wurde.

Wie auch in den inoffiziellen Titeln die Ehre zur erreichten Bildung, Stellung oder dem ausgeübten Gewerbe geäußert wurde. Die meist benutzten Ansprachen Hochwürdiger, Hoch Geehrte, Edelsinniger, sowie Euer Hochwohlgeboren, Herr Großselcher und weitere Titel, kommen uns heute naiv und lächerlich vor. Aber auch diese Kleinigkeiten sagen über die damalige Zeit , über das Denken, Verhalten der Menschen und Geschmack der damaligen Gesellschaft aus.

Dank der schriftlichen Berichte aus dem Bad können wir uns mit den Gefühlen der Einzelpersonen , die schon vor langer, langer Zeit starben, vertraut machen. Durch das Durchblättern im unikalen Buch können wir wenigstens für eine Weile in die altertümliche Stadt der Kolonnaden hineinblicken,über jenes nachzudenken, was die Zeit verwehte, im Geiste die Sezessions-Tür der Vergangenheit ein wenig öffnen und um hundert Jahre zurückblicken, in die Zeit unserer Großväter und Urgroßväter, in das schon heute unglaubliche "Goldene Zeitalter" Karlsbads zurückzukehren.